Kinder im Vorschulalter - Die Gefahr "spielt" mit
Quelle: "Handbuch für Verkerhrssicherheit"
Mit freundlicher Genehmigung der Deutschen Verkehrswacht e.V. und des Deutschen Verkehrssicherheitsrates e.V. Kinder sind die schwächsten Verkehrsteilnehmer. Die Welt des Verkehrs ist nicht für Kinder gemacht:
Hinzu kommen die kindlichen "Besonderheiten" im Denken, Fühlen und Handeln. Die Gefahr "spielt" - insbesondere
bei Kindern im Vorschulalter - ständig mit. Kinder sind halt keine kleinen Erwachsenen. Sie bleiben Kinder - auch im Straßenverkehr.
Ihre Welt endet nicht am Bordstein.
Aber wissen wir Erwachsenen das immer? Oder - besser gefragt - denken wir immer daran? Verhalten wir uns dementsprechend?
Die ehrliche Antwort muß wohl "leider nein" heißen. Tatsächlich wissen noch immer viele Erwachsene, auch viele Kraftfahrer,
zu wenig über die noch eingeschränkten Wahrnehmungsfähigkeiten der Kinder, über ihr begrenztes Seh-, Hör- und Reaktionsvermögen etwa,
und über ihr noch unterentwickeltes Gefahrenbewußtsein. Ja - noch immer wissen sie wenig über die kindliche Seele schlechthin.
So mancher würde wohl einen Kratzer im Autolack eher bemerken als eine Delle in der Kinderseele. Noch immer auch wissen viele Eltern
nicht, was auf sie zukommt, wenn die Kleinen beginnen - zunächst als Fußgänger, später als Radfahrer -, am Straßenverkehr teilzunehmen.
Erinnern wir uns deshalb daran, wie Kinder im Vorschulalter sind:
Kinder können ihre Aufmerksamkeit noch nicht teilen
Kleine Kinder widmen ihre gesamte Aufmerksamkeit meistens den Dingen, die für sie gerade interessant sind. Das kann ihr Spielzeug,
das können Spielkameraden oder Tiere sein. Der Straßenverkehr ist für Kinder ziemlich uninteressant. Da sie kaum in der Lage sind,
ihre Aufmerksamkeit zu teilen, kann es leicht passieren, dass sie lebenswichtige Dinge nicht wahrnehmen. Und selbst wenn es ihnen
gelingt, sich ganz auf den Straßenverkehr zu konzentrieren, können sie im nächsten Moment durch interessantere Eindrücke abgelenkt
werden.
Kleine Kinder sind z. B. kaum in der Lage, am Bordstein anzuhalten und sich nach beiden Seiten zu orientieren. Erst recht nicht,
wenn sie abgelenkt sind. Eine Untersuchung ergab, dass sich selbst Sechs- und Siebenjährige unter Ablenkungsbedingungen am Bordstei
wie Dreijährige verhalten.
Erst noch einem langen Lernvorgang können wir von ihnen richtiges Verhalten auf der Straße erwarten. Autofahrer müssen also immer mit
unaufmerksamen Kindern rechnen.
Kinder sind "gefühlsgeladen"
Auch der angemessene Umgang mit Gefühlen entsteht erst in einem langen und schwierigen Lernprozeß. Kinder sind intensiven, jeweils
vorherrschenden Gefühlen wie Traurigkeit, Wut, Angst, Trotz oder Freude manchmal völlig ausgeliefert.
Gefühlstiefe und Erlebnisintensität bestimmen dann ihre Wahrnehmung und ihr Verhalten. Außerdem wechseln die Gefühle rasch. Vom Weinen
bis zum Lachen, vom Gernhaben bis zum Verabscheuen und vom Liebkosen bis zum Schlagen bedarf es häufig nur eines Augenblicks.
"Gefühlsgeladene" Kinder sind unberechenbar. Damit sollten alle Verkehrsteilnehmer rechnen.
Kinder orientieren sich anders
Kinder nehmen ihre Umwelt ganz anders wahr als Erwachsene. Sehen, Hören, Schätzen, Denken und Handeln - vieles ist bei ihnen anders.
Oft beobachten sie zwar den Verkehr, bedenken aber nicht, dass sie z. B. hinter einem Auto stehen und selbst nicht gesehen werden
können. Die Fähigkeit, Entfernungen und Geschwindigkeiten richtig einzuschätzen, entwickelt sich erst mit der Zeit, ebenso die
Orientierung noch Gehör.
Kinder vergessen im Spiel ihre Umwelt
Egal, ob Kinder sich in einem ruhigen Spiel völlig vertiefen oder mit ihren Freunden wild toben: Sie neigen dazu, ihre gesamte Umwelt
zu vergessen. Das Spiel versetzt die Kinder in einen dauernden Wechsel von Spannung und Entspannung. Soeben noch im Spiel versunken,
können sie im nächsten Moment schon auf und davon brausen. So können selbst ruhige Straßen zu einem gefährlichen Pflaster werden.
Kinder haben einen starken Bewegungsdrang
Kinder wollen und müssen sich austoben, auch auf der Straße . Je älter und körperlich leistungsfähiger sie werden, um so mehr
Bewegungsreiheit benötigen sie.
Doch das ist nicht ungefährlich. Denn Bewegungsspiele machen vor der Straße nicht halt.
Unfälle sind keine Zufälle
Kinderunfälle gehören noch wie vor zum traurigsten Kapitel unseres modernen Massenverkehrs. Immer noch verunglücken hierzulande
Jahr für Jahr rund 9.000 Kinder, die jünger als sechs Jahre sind.
Die meisten von ihnen (4.870) kamen als Insassen im Pkw zu Schaden, 2.654 als Fußgänger und - erstaunlich genug - bereits 800 als
Radfahrer.
Von den 58 Kindern unter sechs Jahren, die 2000 im Straßenverkehr ihr Leben lassen mußten, starben 34 als Mitfahrer im Pkw, 19 als
Fußgänger und 4 als Radfahrer.
Die meisten Kinder verunglücken in der unmittelbaren Wohnumgebung: Etwa die Hälfte der bis zu vier Jahre alten Kinder und ein Drittel
der Fünf- und Sechsjährigen erleiden den Verkehrsunfall in einem Umkreis von weniger als 100 m um die elterliche Wohnung! Die
durchschnittliche Entfernung des Unfallortes von der Wohnung steigt mit dem Alter - entsprechend der Ausweitung des Lebensraumes der
kleinen Verkehrsteilnehmer.
Generell gilt auch: Der Straßenverkehr ist für Leben und Gesundheit der kleinen Verkehrsteilnehmer gefährlicher geworden als
Infektionskrankheiten. Da es aber gegen Kinderunfälle keine Schluckimpfung gibt, müssen sich Eltern und Erzieher, Autofahrer und
Stadtplaner, ja alle Erwachsenen stärker um die Sicherheit von Kindern bemühen.
Mit freundlicher Genehmigung der Deutschen Verkehrswacht e.V. und des Deutschen Verkehrssicherheitsrates e.V. Kinder sind die schwächsten Verkehrsteilnehmer. Die Welt des Verkehrs ist nicht für Kinder gemacht:
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Straßen und Wohngegenden sind von Erwachsenen für Erwachsene geplant und gebaut. für Autos bemessen , die Kinder vergessen… sozusagen. So kommt es dass der "Spielplatz Straße" meist zu gefährlich und der Bürgersteig zu schmal gebaut ist. |
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Die Kraftfahrer sind für die Kinder schnell. Sie nehmen zu wenig Rücksicht und stellen sich nicht genug auf kindliches Verhalten ein. |
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Zu allem Überfluß geben die Erwachsenen dann oft noch das berühmte "schlechte Beispiel" ab. Kein Wunder also, dass die Kleinen in vielen Situationen ganz einfach überfordert und gegenüber uns Erwachsenen eindeutig im Nachteil sind. |
Kleine Kinder widmen ihre gesamte Aufmerksamkeit meistens den Dingen, die für sie gerade interessant sind. Das kann ihr Spielzeug,
das können Spielkameraden oder Tiere sein. Der Straßenverkehr ist für Kinder ziemlich uninteressant. Da sie kaum in der Lage sind,
ihre Aufmerksamkeit zu teilen, kann es leicht passieren, dass sie lebenswichtige Dinge nicht wahrnehmen. Und selbst wenn es ihnen
gelingt, sich ganz auf den Straßenverkehr zu konzentrieren, können sie im nächsten Moment durch interessantere Eindrücke abgelenkt
werden.
Kleine Kinder sind z. B. kaum in der Lage, am Bordstein anzuhalten und sich nach beiden Seiten zu orientieren. Erst recht nicht,
wenn sie abgelenkt sind. Eine Untersuchung ergab, dass sich selbst Sechs- und Siebenjährige unter Ablenkungsbedingungen am Bordstei
wie Dreijährige verhalten.
Erst noch einem langen Lernvorgang können wir von ihnen richtiges Verhalten auf der Straße erwarten. Autofahrer müssen also immer mit
unaufmerksamen Kindern rechnen.
Kinder sind "gefühlsgeladen"
Auch der angemessene Umgang mit Gefühlen entsteht erst in einem langen und schwierigen Lernprozeß. Kinder sind intensiven, jeweils
vorherrschenden Gefühlen wie Traurigkeit, Wut, Angst, Trotz oder Freude manchmal völlig ausgeliefert.
Gefühlstiefe und Erlebnisintensität bestimmen dann ihre Wahrnehmung und ihr Verhalten. Außerdem wechseln die Gefühle rasch. Vom Weinen
bis zum Lachen, vom Gernhaben bis zum Verabscheuen und vom Liebkosen bis zum Schlagen bedarf es häufig nur eines Augenblicks.
"Gefühlsgeladene" Kinder sind unberechenbar. Damit sollten alle Verkehrsteilnehmer rechnen.
Kinder orientieren sich anders
Kinder nehmen ihre Umwelt ganz anders wahr als Erwachsene. Sehen, Hören, Schätzen, Denken und Handeln - vieles ist bei ihnen anders.
Oft beobachten sie zwar den Verkehr, bedenken aber nicht, dass sie z. B. hinter einem Auto stehen und selbst nicht gesehen werden
können. Die Fähigkeit, Entfernungen und Geschwindigkeiten richtig einzuschätzen, entwickelt sich erst mit der Zeit, ebenso die
Orientierung noch Gehör.
Kinder vergessen im Spiel ihre Umwelt
Egal, ob Kinder sich in einem ruhigen Spiel völlig vertiefen oder mit ihren Freunden wild toben: Sie neigen dazu, ihre gesamte Umwelt
zu vergessen. Das Spiel versetzt die Kinder in einen dauernden Wechsel von Spannung und Entspannung. Soeben noch im Spiel versunken,
können sie im nächsten Moment schon auf und davon brausen. So können selbst ruhige Straßen zu einem gefährlichen Pflaster werden.
Kinder haben einen starken Bewegungsdrang
Kinder wollen und müssen sich austoben, auch auf der Straße . Je älter und körperlich leistungsfähiger sie werden, um so mehr
Bewegungsreiheit benötigen sie.
Doch das ist nicht ungefährlich. Denn Bewegungsspiele machen vor der Straße nicht halt.
Unfälle sind keine Zufälle
Kinderunfälle gehören noch wie vor zum traurigsten Kapitel unseres modernen Massenverkehrs. Immer noch verunglücken hierzulande
Jahr für Jahr rund 9.000 Kinder, die jünger als sechs Jahre sind.
Die meisten von ihnen (4.870) kamen als Insassen im Pkw zu Schaden, 2.654 als Fußgänger und - erstaunlich genug - bereits 800 als
Radfahrer.
Von den 58 Kindern unter sechs Jahren, die 2000 im Straßenverkehr ihr Leben lassen mußten, starben 34 als Mitfahrer im Pkw, 19 als
Fußgänger und 4 als Radfahrer.
Die meisten Kinder verunglücken in der unmittelbaren Wohnumgebung: Etwa die Hälfte der bis zu vier Jahre alten Kinder und ein Drittel
der Fünf- und Sechsjährigen erleiden den Verkehrsunfall in einem Umkreis von weniger als 100 m um die elterliche Wohnung! Die
durchschnittliche Entfernung des Unfallortes von der Wohnung steigt mit dem Alter - entsprechend der Ausweitung des Lebensraumes der
kleinen Verkehrsteilnehmer.
Generell gilt auch: Der Straßenverkehr ist für Leben und Gesundheit der kleinen Verkehrsteilnehmer gefährlicher geworden als
Infektionskrankheiten. Da es aber gegen Kinderunfälle keine Schluckimpfung gibt, müssen sich Eltern und Erzieher, Autofahrer und
Stadtplaner, ja alle Erwachsenen stärker um die Sicherheit von Kindern bemühen.